Die Historie der Rollwenzelei

Das Künstlerhaus Rollwenzelei wurde 1976 von dem Berliner Facharzt Dr. Jürgen Bieberstein, von der Galeristin Vera Ziegler, von Ella Bieberstein und dem Schriftsteller Peter J. Fabich in Langenbach bei Bad Steben im Frankenwald gegründet.

Ein großer Freundeskreis von in- und ausländischen Künstlern war dort zu Gast: darunter der New Yorker Pianist David Levine, der deutsch-brasilianische Tenor Günther Giese, der tschechische Tenor Alfred Hampel, der Opernregisseur und Bühnenbildner Filippo Sanjust, der italienische Maler Rodolfo De Angelis. Viele andere Eleven und Meister zahlreicher Künste beehrten dieses Tuskulum menschlicher Wärme, Geselligkeit und Kreativität mit ihrem Besuch, mit Lesungen, Ausstellungen, Konzerten und mit Theatergastspielen.

1980 wurde dem Haus ein bibliophiler Literaturverlag, die Edition Rollwenzel, angegliedert. Außerdem fand auch das Berliner Theater im Türrahmen in der Scheune des Künstlerhauses eine geeignete Spielstätte.

Karfreitag 1993 erfolgte der Umzug nach Glau bei Trebbin, 30 km südlich von Berlin. Im ältesten Bauernhof des Dorfes setzt das Künstlerrefugium unter seinem Wahlspruch liber verus pulcher laetus und unter den Fittichen des schelmischen Schrägzörbels seine ungewöhnlichen Veranstaltungen und Festspiele begeistert fort.

Der Name des Künstlerhauses ist ein Toast auf die fränkische Wirtin Anna-Dorothea Rollwenzel, die über ein Jahrzehnt mit dem Dichter Jean Paul befreundet war. In ihrem Gasthof bei Bayreuth gewährte diese resolute und kunstsinnige Frau dem Dichtergenie ein ungestörtes Arbeitsdomizil.

Zur Geschichte des Künstlerhauses hat Jürgen Bieberstein inzwischen zwei umfangreiche poetische Dokumentationen herausgegeben:

2001 den Band „Vom Frankenwald zu den Glauer Bergen“, ISBN 978-3-9800426-5-0 und
2006 den Band „Haus mit Einfällen – Jüngstes Lustrum“, ISBN 978-3-9800426-7-7